Linux-Benutzer und Berechtigungen
Du lernst das Linux-Benutzer- und Berechtigungssystem: Benutzer und Gruppen anlegen, sudo-Rechte vergeben, Dateibesitz und Zugriffsrechte setzen, und SUID-Risiken verstehen. Grundwissen für jeden Server-Administrator und Pflichtthema in der IHK-Prüfung. 5 Aufgaben, ca. 60 Minuten.
Benutzer, Gruppen und Dateiberechtigungen verwalten
Benutzer, Gruppen und Berechtigungen unter Linux
Auf einem Linux-Server hat jede Datei einen Besitzer und eine Gruppe, und jeder Prozess läuft unter einem Benutzer-Account mit bestimmten Rechten. Wer das System sauber aufteilt, verhindert, dass ein einzelner kompromittierter Account den ganzen Server gefährdet — das ist das Prinzip der minimalen Rechte (Least Privilege).
Wichtige Begriffe
- Benutzer (user): ein Konto, unter dem Prozesse laufen.
rootist der Administrator mit allen Rechten. - Gruppe (group): bündelt mehrere Benutzer, um ihnen gemeinsam Rechte zu geben.
- Berechtigungen (permissions): legen fest, wer eine Datei lesen (r), schreiben (w) oder ausführen (x) darf — getrennt für Besitzer, Gruppe und alle anderen.
sudo: erlaubt einem normalen Benutzer, einzelne Befehle mit Administrator-Rechten auszuführen.
Dein Ziel in dieser Lektion
Du baust eine typische Firmenserver-Struktur: eine Entwickler-Gruppe, einen Benutzer darin, ein gemeinsames Projektverzeichnis mit korrekten Gruppenrechten, eine gezielte sudo-Regel — und du spürst riskante SUID-Programme auf. Pflichtthema in der IHK-Prüfung.
Aufgaben
1. Gruppe 'devs' anlegen
Begriff: Gruppe. Gruppen bündeln Benutzer mit gleichen Rechten. Statt jeder Person einzeln Rechte zu geben, vergibst du sie einmal an die Gruppe — das ist die Grundlage sauberer Rechteverwaltung.
Lege eine Gruppe namens
devsan:sudo groupadd devsKontrolle:
getent group devsgibt eine Zeile aus, die mitdevs:beginnt.2. Benutzer 'developer' anlegen und Gruppe zuweisen
Begriff: Benutzer & Gruppenzugehörigkeit. Ein neuer Benutzer gehört nur dann zur Gruppe
devs, wenn du ihn ausdrücklich zuweist. Das-mlegt zugleich sein Home-Verzeichnis an (/home/developer), das er für eigene Dateien braucht.Lege den Benutzer
developeran und nimm ihn in die Gruppedevsauf:sudo useradd -m -G devs developerKontrolle:
id developerzeigtdeveloperund in den Gruppendevs;/home/developerexistiert.3. Projektverzeichnis mit Gruppenrechten
Begriff: Besitz & das SGID-Bit. Der Gruppenbesitz entscheidet, wer in einem Verzeichnis schreiben darf. Das SGID-Bit (die führende
2in2775) sorgt dafür, dass neue Dateien automatisch die Gruppe des Verzeichnisses erben — sonst gehört jede neue Datei der Gruppe des Erstellers und das Team verliert den Zugriff.Lege das Verzeichnis an, setze Besitzer und Rechte:
sudo mkdir -p /opt/project sudo chown root:devs /opt/project sudo chmod 2775 /opt/projectKontrolle:
stat -c '%U:%G %a' /opt/projectergibtroot:devs 2775.4. sudo-Zugang für devs-Gruppe
Begriff: gezielte
sudo-Regel (NOPASSWD). Statt vollen Admin-Zugang zu geben, erlaubst du der Gruppedevsgenau einen Befehl ohne Passwort — Least Privilege. Solche Regeln gehören in eigene Dateien unter/etc/sudoers.d/.Erstelle die Datei (
sudo nano /etc/sudoers.d/devs) mit dem Inhalt:%devs ALL=(ALL) NOPASSWD: /bin/systemctl restart nginx⚠️ Prüfe die Syntax immer mit
sudo visudo -c -f /etc/sudoers.d/devs— ein Fehler in einer sudoers-Datei kannsudokomplett sperren.Kontrolle:
/etc/sudoers.d/devsenthält eine%devs-Regel mitNOPASSWDfürsystemctl restart nginx.5. SUID-Binaries aufspüren
Begriff: SUID. Ein SUID-Programm läuft mit den Rechten seines Besitzers (oft
root) statt mit denen des Aufrufers. Beispiel:/usr/bin/passwddarf dein Passwort in/etc/shadow(nur root) ändern. SUID ist nötig, aber jede Lücke darin bedeutet sofortige Rechteausweitung — deshalb verschafft man sich einen Überblick (Audit).Finde alle SUID-Programme und schreibe sie in eine Audit-Datei:
find / -perm -4000 -type f 2>/dev/null > /home/student/suid-audit.txt-perm -4000filtert das SUID-Bit;2>/dev/nullunterdrückt Fehlermeldungen zu gesperrten Verzeichnissen.Kontrolle:
/home/student/suid-audit.txtist nicht leer und enthält u. a./usr/bin/passwd.
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