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Nextcloud selbst hosten: was es wirklich kostet

Nextcloud selbst hosten: was es wirklich kostet

7. August 2026

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Verfasst von Jaciel A. Acea RuizVeröffentlicht

Kurz beantwortet: Der Server für eine Nextcloud-Installation mit 10 bis 30 Personen kostet in Deutschland rund 5 bis 20 Euro im Monat. Das ist der kleinere Teil. Der größere ist der Betrieb: Updates, Backups, Überwachung, Wiederherstellung. Wer diesen Teil nicht einplant, spart am Server und zahlt beim ersten Ausfall.

Nextcloud selbst ist quelloffen und kostet keine Lizenzgebühr. Genau deshalb wird die Rechnung oft zu kurz gemacht: „Software gratis, Server zehn Euro, fertig.“ Dieser Artikel rechnet die Posten durch, die in den meisten Vergleichen fehlen.

Was der Server tatsächlich kostet

Für die reine Rechenleistung gilt eine einfache Faustregel: Nextcloud ist nicht rechenintensiv, sondern speicher- und I/O-intensiv. Entscheidend sind Arbeitsspeicher und Plattengeschwindigkeit, nicht die Anzahl der Kerne.

  • Bis etwa 10 aktive Personen: 2 Kerne, 4 GB RAM, SSD.
  • Bis etwa 30 Personen: 4 Kerne, 8 GB RAM, SSD.
  • Darüber: Datenbank und Dateien trennen, sonst wird die Wiederherstellung unangenehm.

Deutsche Anbieter liegen für solche Maschinen im niedrigen zweistelligen Bereich pro Monat. Preise ändern sich, deshalb steht hier keine Tabelle, die in einem halben Jahr falsch ist — prüfen Sie sie beim Anbieter direkt.

Der Posten, der regelmäßig fehlt: Speicher

Der Serverpreis enthält meist eine kleine Systemplatte. Die eigentlichen Daten liegen auf zusätzlichem Blockspeicher, und der wird pro Terabyte abgerechnet. Bei 30 Personen mit je 20 GB sind das 600 GB — plus Reserve, plus Versionierung, denn Nextcloud hält alte Dateiversionen vor. Rechnen Sie mit dem Doppelten des Nettobedarfs.

Backups sind kein Extra, sondern Teil des Preises

Ein Backup, das auf derselben Maschine liegt, ist kein Backup. Es muss an einen anderen Ort, verschlüsselt, und es muss regelmäßig zurückgespielt werden — sonst wissen Sie nicht, ob es funktioniert.

Praktisch heißt das: ein zweiter Speicherort (Storage Box oder Objektspeicher), ein Werkzeug wie restic oder borg, eine Aufbewahrungsregel und ein Termin im Kalender für den Rückspiel-Test. Der Speicher kostet wenige Euro. Der Termin kostet Zeit — und ist der Posten, der am häufigsten gestrichen wird.

Der größte Posten steht in keinem Angebot: Betriebszeit

Nextcloud veröffentlicht regelmäßig Sicherheitsupdates. Dazu kommen das Betriebssystem, die Datenbank, der Reverse Proxy und die TLS-Zertifikate. Nichts davon ist schwierig, aber alles davon ist wiederkehrend.

Realistisch sind ein bis zwei Stunden im Monat für eine gepflegte Installation, plus ein halber Tag, wenn ein größeres Versionsupdate ansteht. Rechnen Sie diese Stunden mit Ihrem eigenen Stundensatz — dann steht die ehrliche Zahl neben dem Serverpreis.

Wann sich Selbsthosten rechnet

Die Rechnung geht auf, wenn mindestens einer dieser Punkte zutrifft:

  • Sie haben ohnehin jemanden, der Server betreut.
  • Ihre Daten dürfen aus rechtlichen Gründen das Haus nicht verlassen.
  • Sie brauchen Funktionen, die im Abo teuer werden — etwa viel Speicher pro Person.
  • Sie wollen keinen Anbieterwechsel-Aufwand, weil alles in einem geschlossenen Ökosystem liegt.

Sie geht nicht auf, wenn niemand im Haus den Betrieb übernehmen will und auch niemand dafür bezahlt wird. Dann ist ein gehosteter Dienst ehrlicher — oder Sie geben den Betrieb ab.

Die versteckten Kosten einer schlecht betriebenen Installation

Die teuerste Nextcloud ist die, die läuft und niemandem gehört. Typischer Verlauf: aufgesetzt von jemandem, der inzwischen woanders arbeitet; seit Monaten kein Update; das Backup läuft, aber niemand hat je zurückgespielt. Der Schaden entsteht nicht am Tag der Installation, sondern zwei Jahre später.

Wer die Grundlagen selbst beherrschen will, findet in unserem Kurs zur Server-Härtung und im Beitrag Linux-Server härten den Teil, der am häufigsten fehlt.

Fazit

Rechnen Sie mit drei Posten statt einem: Server plus Speicher, Backup-Ziel, und Betriebszeit. Die ersten beiden sind klein und planbar. Der dritte entscheidet, ob die Installation nach zwei Jahren noch vertrauenswürdig ist.

Wenn Sie den Betrieb abgeben möchten: Wir richten containerisierte Installationen mit verschlüsselten Backups ein und betreiben sie in Deutschland. Für eine Einschätzung genügt eine kurze Nachricht.

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